Gimbal – Das nächste Level für Filmmaker

Das große Wackeln

Schwere Filmkameras, große Kamerakräne, Schienen für sanfte Kamerafahrten – wir befinden uns längst nicht mehr in Zeiten, in denen es teurer und umständlicher Hilfsmittel bedarf, um einem Video den gewünschten cinematischen Look zu verpassen. Dank der in den heutigen Smartphones und Spiegelreflexkameras verbauten Technik, ist es jedem möglich, hochwertige Videos zu produzieren – und das auch noch für einen erschwinglichen Preis.

Ob es jetzt allerdings das Erinnerungsvideo des letzten Urlaubs oder das eigene Kurzfilm-Projekt ist, eines möchte keiner sehen: ein verwackeltes Bild. Und wer nicht gerade einen Ruhepuls von 30 hat, wird dieses unschöne Extra auch immer wieder in seinen Aufnahmen finden. Aber was tun?

Auf dieser Website findest du alle relevanten Informationen rund um das Thema Gimbal. Außerdem nehmen wir dir in unserem Gimbal Test für Smartphones, GoPros und DSLRs die lästige Produktsuche ab und zeigen dir das beste Werkzeug für deinen Anwendungsfall.

Deine Urlaubsvideos könnten so aussehen

Quelle: https://goo.gl/npFXbl

Gimbals – der nächste Schritt zum Profi?

Um sein Smartphone oder seine Kamera zu stabilisieren, gibt es einfache Lösungen. Entweder man legt sein Aufnahmegerät spartanisch irgendwo ab oder befestigt es an einem Stativ.

Problem: Keine Kamerafahrten = Langweilig. Tatsächlich nehmen wir Sequenzen, die mit einer Bewegung der Kamera aufgenommen wurden, als angenehmer anzuschauen wahr. Sie werten die Aufnahme sofort auf und erwecken einen professionellen Eindruck. Voraussetzung ist, dass diese Kamerabewegungen möglichst sanft aussehen und nicht wie die Aufzeichnung eines Erdbebens.

Tatsächlich gibt es hierfür eine Lösung, die es selbst jemandem der keiner professionelleren Videoproduktion angehört ermöglicht, hochwertig wirkende Aufnahmen zu machen: Gimbals.

Das obenstehende Video wurde nur mit Hilfe eines solchen Gimbals und einem Smartphone gedreht.

Was ist ein Gimbal?

Hört man die Begriffe „kardanische Aufhängung“ oder „kardanische Lagerung“, dürfte bei den meisten ein großes Fragezeichen über dem Kopf auftauchen. Dahingehend hat doch schon immerhin der ein oder andere von der englischen Begrifflichkeit „gimbal“ hierfür gehört. Interessiert man sich näher für das Aufnehmen für Videos, gehört das Thema fast schon zu den Basics.

Dieser Gimbal definiert „eine Lagerung in zwei sich schneidenden zueinander rechtwinkligen Drehlagern. […] Dabei befindet sich der Schwerpunkt des zu lagernden Objekts unterhalb des Schnittpunktes der Drehachsen, so dass das Objekt eine Neigung seiner Umgebung nicht mitmacht.“

Gimbal Test Modell
Gimbal-Modell (Quelle: Wikipedia)

Erstmal nichts verstanden? – kein Wunder. Viel mehr lässt sich auf dem Online-Nachschlagewerk Wikipedia aber leider nicht finden. Daher in einfacheren Worten: Bei einem Gimbal wird ein Ring mit einer Achse an einem festen Gegenstand (Stange des Kamera-Gimbals) montiert. Ein weiterer, kleinerer Ring wird wiederum mit der eigenen Achse im 90 Grad Winkel zur Achse innerhalb des größeren Rings montiert. An dem kleineren Ring wird das schwerpunktverursachende Objekt (Kamera) angebracht. Befindet sich nun der Schwerpunkt dieses Objektes unterhalb der Achsen, haben Bewegungen keinen Einfluss mehr auf das Objekt, da die Achsen diese ausgleichen.

 Gimbal oder Steadycam?

„Wen interessierts, ich bin Filmemacher und kein Physiker.“ Richtig, für uns zählt: unser Bild soll nicht verwackeln. Dennoch kann es gerade bei der Benutzung von Steadycams von Vorteil sein, wenn man die Grundmaterie einigermaßen nachvollziehen kann.

„Wie jetzt, Steadycams? Ich dachte hier geht es um Gimbals?“ Tatsächlich sorgen diese zwei Begrifflichkeiten nicht selten für Verwirrung. Daher kurz zur Erklärung inwieweit heute meistens diese zwei Hilfsmittel in der Welt der Videoproduktion unterschieden werden.

Steadycams erfüllen ihren Zweck völlig auf Grundlage der oben beschriebenen physischen und mechanischen Funktionsweisen. Bei Gimbals dahingegen werden diese Prozesse mit Hilfe von Sensoren und Elektromotoren durchgeführt.

Große Technik für den klein(er)en Geldbeutel

Zugegeben, um eine sinnvolle Investition im Bereich der Bildstabilisation zu tätigen, reicht es leider immer noch nicht einige wenige Euro hinzulegen. Logischerweise fallen hier geringere Anschaffungskosten für Steadycams an, als für Gimbals, da meist nur Mechanik und keine Elektronik verbaut ist. Um allerdings auch hier keinen Fehlgriff zu landen, muss man mit Ausgaben im höheren 2-stelligen bzw. niedrigeren 3-stelligen Bereich rechnen. Und wie immer im Geschäft der Foto- und Videographie sind nach oben kaum Grenzen gesetzt. Jedoch lohnt sich eine angemessene Investition, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Grundsätzlich muss man jedoch auch an dieser Stelle erwähnen, dass sich solche Hilfsmittel inzwischen auch in einem erträglichen Rahmen von Hobbyfilmern geleistet werden können.

Was ist das Richtige für mich?

Welche Lösung für dich am geeignetsten ist, hängt ganz davon ab mit was du filmst und wie hoch deine Investitionsbereitschaft ist. Daher im Folgenden eine kurze Aufteilung welche Vor- und Nachteile bei den verschiedenen Anwendungsfällen auftreten.

Filmen mit einem schweren Objekt (z.B. DSLR)

Gimbal

Steadycam

Pro• Elektronik ermöglicht sofortigen Gimbal-Effekt
• einfach zu bedienen
• günstige Anschaffung
• platzsparend
Contra• sehr teuer
• meist sperriger als Steadycams
• komplexere Einstellungen notwendig
• Bedienung bedarf Übung

Gimbal Test Spiegelreflex

Filmen mit einem leichten Objekt (z.B. Actioncam)

Gimbal

Steadycam

Pro• Elektronik ermöglicht sofortigen Gimbal-Effekt
• sehr handlich und platzsparend
• Preistendenz sinkend
Contra• wenn gute Qualität gewünscht, immer noch teuer

*

*Steadycams mit rein mechanischer Gimbal-Funktion sind für dieses Anwendungsgebiet fast nicht auffindbar. Eine Alternative ohne verbaute Elektronik für leichte Objekte findest du auf der Steadycam Testseite

Gimbal Smartphone

Unser Gimbal Test: Wieso einen Gimbal kaufen?

Seien wir mal ehrlich: Keiner von uns will seine Steadycam lange einrichten müssen, um zu filmen. Gerade wenn man unterwegs ist. Bei einer Steadycam muss bei jedem Neuaufsetzen der Kamera das Gewicht optimiert werden. Gimbals erledigen dies meist vollautomatisch.

Zudem ist ein Gimbal in den meisten Fällen klein, handlich und gut zu verstauen. Steadycams sind, besonders anfangs, schwer zu bedienen und der Arm ermüdet aufgrund des hohen Gewichts schneller.

Wer sein Bild schnell und spontan stabilisieren möchte und ein Hilfsmittel sucht, dass sich gut auf Reisen mitnehmen lässt, ist mit einem Gimbal genau richtig dran.

Wer beim Preis etwas sparen möchte und vor allem mit schwereren Kameras arbeitet, wird zuerst zur Steadycam greifen.

Damit du bei der Produktauswahl die richtige Entscheidung triffst, haben wir in unserem Gimbal Test für Smartphones, GoPros und DSLRs die Informationen zusammengestellt, die du benötigst. Damit entfällt für dich der lästige Gimbal Vergleich im Internet.

Gebrauchst du z.B. deine Spiegelreflex zum filmen und willst gezielt für deine Projekte dein Bild stabilisieren, empfiehlt sich natürlich dennoch auch eine Steadycam. Gerade für Neueinsteiger, die knapp bei Kasse sind, ist dies das perfekte Werkzeug. Aber auch professionellere Videoproduktionen nutzen Steadycams regelmäßig. Deshalb findest du auf dieser Website ebenso einen Steadycam Vergleich.

Ich will kein Geld in Gimbals investieren

Sollten dir die finanziellen Mittel für einen Gimbal oder eine Steadycam komplett fehlen, dann möchten wir dir trotzdem ein paar Tipps geben, wie du dein Bild stabilisieren kannst.

Je träger deine Kamera ist, desto weniger werden sich Bewegungen, wie das Zittern deiner Hände, auf das Bild auswirken. Bedeutet: Füge deiner Kamera Gewicht hinzu. Dies wird bei einer Spiegelreflexkamera einfacher umzusetzen sein, als bei einer Actioncam oder einem Smartphone. Zum Beispiel könntest du an deine Kamera einen Batteriegriff befestigen. Ebenso werden sich sichtbare Bewegungen verringern, wenn du die Kamera enger am Körper hältst.

Ein letzter Tipp: Befestige deine Kamera an einem Stativ und filme mit diesem in deiner Hand.